last update: 30.08.2004
 

 

Während Anita Hettich bereits mit dem "Pferdevirus" aufgewachsen ist, kam Beat Münger durch Anita Hettich zu den Pferden. Nach gemeinsamen Jahren im Freizeitreitbereich, betrieben in einem kleinen, gemieteten Offenstall, entdeckten wir unsere Liebe zu Spanien und dessen Menschen und Kultur. Da ist der Weg nicht mehr weit zum PRE, dem Pura Raza Española, einem der bedeutendsten Kulturgüter Spaniens. Zudem lag unsere Vorliebe in der Reiterei seit jeher bei der dressurmässigen Arbeit.

Wir begaben uns auf die Suche nach Spuren dieser Pferde in der Schweiz, es wurde uns weitum davon abgeraten, dies in Spanien selber zu tun. Wie wir später erfahren haben, hat dies zum Einen sicher seine Berechtigung, zum anderen aber, sollten sich viele Wege öffnen.

...den passenden Deckhengst gefunden: Flamenco LII

   

Das erste PRE-Pferd war eine in der Schweiz gezogene Stute, die wir im Alter von gut 2 Jahren erwarben, im Glauben, unser erstes Zuchttier gekauft zu haben. Auch dies erwies sich, nachdem das Tier ausgewachsen war, als ziemliche Illusion und als wir begriffen, dass das was wir suchten, offenbar hier nicht zu finden war, beschlossen wir "Nägel mit Köpfen" zu machen. Als Erstes stand dabei eine sinnvolle Kommunikation im Vordergrund und wir realisierten schnell, dass Spanien stark Lateinamerika orientiert ist und die Sprachvielfalt, die wir uns in der Schweiz gewohnt sind, keine Selbstverständlichkeit ist. Sobald die Spanischkenntnisse ausreichten, unternahmen wir während zwei Jahren unzählige Reisen nach Spanien, in der Hand einen Katalog der SICAB (Salon International del Caballo, grösste Ausstellung für PRE-Pferde in Spanien).

Auf Grund der abgebildeten Pferde im Katalog besuchten wir an die 40 Gestüte im Bestreben, Züchter zu finden, welche Pferde in der von uns gesuchten Qualität punkto Gebäude, Charakter und Gängen zum Verkauf hatten und zudem bereit waren, uns in unserem Bestreben, eine kleine aber feine PRE-Zucht in der Schweiz zu gründen, zu unterstützen.

So kauften wir langsam aber stetig unsere Stammstutenherde. Angestrebtes Ziel waren vier qualitativ hochstehende Zuchtstuten. Gute Zuchtstuten werden nur ungern verkauft, zum Teil dauerte es Monate, bis wir ein Tier erwerben konnten, dass unseren Kriterien entsprach.

Schnell merkten wir, dass um ein hohes Niveau bei der Nachzucht halten zu können, eine stete Weiterbildung unabdingbar war, und dazu gehörte, sich in die Zuchtlinien einfühlen zu lernen und möglichst komplette PRE-Familien immer und immer wieder anzuschauen. Dies taten (und tun) wir bei jeder erdenklichen Gelegenheit, an Zuchtschauen und bei Besuchen auf Gestüten. Die daraus erworbenen Kenntnisse bewogen uns, mit unseren Stuten zur Bedeckung jeweils nach Spanien zu fahren (künstliche Besamung ist bei dieser Rasse noch nicht gestattet), die Fohlen, die geboren wurden, bestärkten uns in unserem Tun. Wiederum war das Ziel nicht etwas "neu zu erfinden" sondern möglichst von der jahrhunderte alten Tradition im Ursprungsland selber profitieren zu können.

Der Aufwand war gelinde gesagt extrem. Der nächste Entscheid stand an, die Suche nach einem eigenen Deckhengst, der uns die Möglichkeit bieten würde, unsere Reiseaktivitäten wieder anders zu nutzen, nämlich dafür, unsere Qualität durch die aktive Teilnahme an Zuchtschauen in Spanien selbst zu überprüfen.

Durch die nun schon intensiven Kontakte zu Züchtern, die mittlerweile zu Freunden geworden waren, hatten wir die einmalige Chance, einen viel versprechenden Junghengst zu erwerben. Flamenco LII kam im Alter von 2 Jahren zu uns, sein erster Fohlenjahrgang wurde 2003 geboren und erfüllte unsere Hoffnungen voll und ganz.
Durch die Teilnahme an Zuchtschauen ergaben sich erneut sehr wertvolle Kontakte, die uns helfen, auf unserem Weg weiter zu kommen.